Mein persönliches Glaubensbekenntnis

Erst an dem Tag, an dem mir tatsächlich eine Atombombe auf den Kopf fällt, werde ich meinen Optimismus verlieren und aufhören, an meiner Überzeugung festzuhalten, dass die Menschheit die Kurve kriegen wird. Ich lebe und handle entsprechend, und trage meinen Teil zum Gelingen bei. Bis zu diesem Tag, möge er nie kommen, ist jeder Moment, den ich in Angst vor all den Schreckensbildern aus den Medien verbringe, eine verschwendete Gelegenheit, glücklich zu sein.

Die Amerikanische Thronfolge

Momentan findet man im Netz fast nichts anderes mehr als Trump-Bashing. Einige machen es auf witzige Art und Weise, andere denken nur, sie seien witzig und wieder andere müssten selbst mit einem IQ, der nur unwesentlich über dem eines Steines liegt, selbst merken, dass sie einfach nur dämlich sind.

Nein, ich bin immer noch kein Unterstützer oder Fan von Donald Trump und ja, ich finde es immer noch unerträglich, wie ein Mensch, der immerhin das gewählte Staatsoberhaupt einer Weltmacht ist, auf primitivste Art und Weise angepöbelt wird. Wenn er wirklich so dumm wäre, wie viele im Netz immer wieder meinen betonen zu müssen, dann wäre er wohl kaum in seinem Leben als Geschäftsmann so erfolgreich gewesen. Wenn ihr Trump kritisieren wollt, dann macht es doch einfach sachlich …

Aber darum geht es mir heute gar nicht. Vielmehr mache ich mir darüber Gedanken, ob ich der einzige bin, dem es komisch vorkommt und sauer aufstößt, dass die Weltmacht USA in den letzten knapp 30 Jahren von Vater und Sohn Bush und (fast) von Ehermann und Ehefrau Clinton regiert wurden. Wieso klingt das für mich eher nach Thronfolge als nach Demokratie? Wenn ich nun mitkriege, dass Menschen begeistert Michelle Obama auffordern bei der nächsten Wahl 2020 anzutreten, dann frage ich mich, nach welchen Maßstäben die Eignung für das angeblich so wichtige und machtvolle Amt festgelegt wird.

Leute, denkt doch mal nach! Findet ihr es wirklich toll, wenn die Macht in den USA innerhalb einer kleinen Clique im Kreis herumgereicht wird und lediglich alle vier Jahre proforma Wahlen abgehalten werden? Einem großen Teil der Amerikaner ist das im letzten Jahr so sehr auf den Senkel gegangen, dass sie selbst einen Typen, der alles dafür getan hat, sich als Unsympath darzustellen, zum Präsidenten gewählt haben.

Und kommt mir nicht mit dem Argument, dass er ja gar nicht von der Mehrheit der Amerikaner gewählt wurde. So ist das System in den USA nun einmal und wenn es andersherum gewesen wäre, wenn also Clinton mit der Mehrheit der Wahlleute aber nicht der Mehrheit der Stimmen gewonnen hätte, dann wären alle ach so erleichtert gewesen und niemand hätte gejammert. Fakt ist, dass Trump legitim gewählt wurde und wenn ihr das Wahlsystem schlecht findet, dann ändert es bis 2020.

Viele lassen sich momentan von der Welle der Hysterie in Bezug auf Trump forttragen. Endlich haben wieder alle ein gemeinsames Feindbild. Ich persönlich konzentriere mich jedoch lieber andere Aspekte:

  1. Trump ist der Präsident. Daran kann ich nichts ändern.
  2. Mein fast zwanghafter Optimismus lässt mich an der Überzeugung festhalten, dass ihm irgendjemand in den Arm fallen wird, sollte er mal aus Übermut mit den Codes für die Nuklearwaffen spielen.
  3. Mir ist es lieber, jemand sagt „America first“ und redet vernünftig mit Russland, anstatt nicht mit Putin zu reden und den Kalten Krieg 2.0 heraufzubeschwören, wie es die Obama-Regierung getan hat und wie es voraussichtlich mit Clinton weitergegangen wäre. Das ist nämlich die wirklich reale Gefahr.

Eve Thermo – leider nur fast toll

Zeit für das nächste Kapitel in der Geschichte meiner Heimautomatisierung. Die Philips Hue Serie ist nach wie vor toll. Es fühlt sich inzwischen vollkommen normal an, die Farben und Intensitäten der Lampen nach Belieben zu wechseln.

Weil ein nicht näher spezifizierter Teil der Familie es zu umständlich fand, die Sprachsteuerung oder das Handy zu benutzen, haben wir uns einen Philips Hue Tap zugelegt, der vier programmierbare Szenarien auf Knopfdruck aktiviert. Was mich daran besonders begeistert: Das Teil braucht keine Batterie. Es hat auch keinen Akku. Stattessen erzeugt es sich seinen Strom selbst, und zwar über die Tastendrücke der Benutzer. Das hat zur Folge, dass der Tastenhub ungewohnt groß ist (heutzutage funktioniert ja eh fast alles mit „Touch“ …) aber dafür, dass ich keine Akkus wechseln muss, nehme ich das mehr als gerne inkauf.

Leider kann ich nicht behaupten, dass wir mit der Elgato Eve Serie ebenso zufrieden sind, wie mit der Hue Serie. Die einzelnen Komponenten sind zwar in sich gut und durchdacht, jedoch hat sich die Heizkörpersteuerung mittels Eve Thermo für uns als so nicht nutzbar herausgestellt.

Das Problem ist, dass unsere Heizkörper fast alle in Nischen sind, in denen sich die Wärme staut. Die in den Theromostatköpfen verbauten Thermometer melden daher immer ein viel zu hohen Wert, viel mehr als es normal wäre und per Temperatur-Offset eingestellt werden kann. Eine halbwegs präzise Steuerung der Raumtemperatur war damit unmöglich.

Generell empfinde ich das Konzept, die Temperatur am Heizkörper selbst zu messen – Offset hin oder her – als Sackgasse. Insbesondere bei Elgato, die ja mit dem Eve Room ein externes Thermostat im Programm haben. Leider ist es jedoch nicht möglich, den Room ohne große Verrenkungen mit komplexen Benachrichtigungen und Szenen zur Steuerung der Thermos zu benutzen. Eine Mitarbeiterin von der Elgato Hotline hat mir das bestätigt und es als „Verbesserungvorschlag“ aufgenommen. Unter uns gesprochen halte ich das jedoch für einen groben Designfehler der Serie. Kann ja aber vielleicht mit einem Firmware Update tatsächlich noch kommen.

In prähistorischen Zeiten, also bevor ich mit der Heimautomatisierung begonnen habe, hatten wir mal ein schlichtes aber funktionales System von ELV, bei dem am Heizkörper nur ein motorisiertes Ventil war, und die Steuerung von einem kleinen externen Thermostat übernommen wurde, das man frei im Raum platzieren konnte. Anscheinend gibt es das System aber leider nicht mehr und kommunikativ im Sinne einer App zur Steuerung war es auch nicht.

Nach längerem Recherchieren und Suchen bin ich dann letztlich bei Homematic IP gelandet, die genau das anbieten, was wir brauchen: Externes Thermostat, das die Ventile steuert und eine Bridge, die das Ganze mit einer App verbindet. Zusätzlich ist eine Steuerung via Internet möglich. Die dazu notwendige Cloud kann man anonym und kostenlos nutzen. Die Daten werden lt. Hersteller in Deutschland gehostet. So weit, so gut.

Die Lieferung der Komponenten – 3x Thermostatkopf, 2x externes Thermostat und 1x Bridge – war schnell und zuverlässig, die Installation und Inbetriebnahme ebenfalls. Die App macht auch einen guten Eindruck, das System ist aber leider (noch?) nicht mit HomeKit kompatibel, was ein kleiner Wermutstropfen, jedoch kein Show-Stopper ist. Das Einzige, was bei der App ein wenig doof ist, ist, dass man bei den Heizprofilen jeden Tag einzeln einstellen muss. Eine Funktion wie „Kopiere Montag in Dienstag bis Freitag“ fehlt leider vollständig. Dafür ist die App insgesamt einfach zu bedienen und optisch ansprechend.

Was mir in den ersten Tagen mit dem Homematic IP aufgefallen ist: Das System reagiert zügig und zuverlässig auf Eingaben von außen, beispielsweise die Änderung der Solltemperatur oder die Anpassung eines Heizprofils. Die Komponenten zeigen über eine LED an, wenn sie senden (gelb) und wenn die anderen Geräte bestätigt haben (grün). Das macht dem Teil von mir, der ein bisschen Kontrollfreak ist, großen Spaß 😉

Das Raumklima hat sich mit dem neuen System auch deutlich verbessert. Wir haben nun tatsächlich die Temperaturen, die wir haben wollen und müssen morgens nicht mehr frieren. Insgesamt bin ich mit dem Homematic IP System sehr zufrieden, wenn jetzt noch eine HomeKit Integration möglich wäre, dann wäre es perfekt.

To be continued …

Mehr als nur Meinungsbildung

Demokratie setzt die freie individuelle Meinungsbildung und politische Willensbildung aller Bürgerinnen und Bürger voraus. […] Für den Prozess der Meinungsbildung spielen medial vermittelte Informationen, insbesondere die massenmedial verbreiteten Angebote des Journalismus, eine entscheidende Rolle.

(aus einem Beitrag der Bundeszentrale für politische Bildung)

Wie bereits geschrieben, bin ich der Meinung, dass man man Donald Trump sicher nicht mögen oder mit seinen Zielen übereinstimmen muss. Dennoch bin ich immer wieder verblüfft, wie selbstverständlich ein gepflegtes Trump-Bashing auf allen Ebenen geworden ist. Letztes Beispiel hierfür ist der Hype um die Rede von Meryl Streep bei der Verleihung der Golden Globes 2017.

Heute lese ich dann einen Kommentar in der Welt, der das gut auf den Punkt bringt, was mir die ganze Zeit zu diesem speziellen Thema durch den Kopf geht. Er trägt den Titel: »Nein, Donald Trump zu diffamieren ist nicht mutig«.

Mutig? Erfordert es Mut, vor einigen Hundert Gleichgesinnten etwas zu sagen; wissend, dass praktisch die ganze aufgeklärte Welt applaudieren wird? Das ist so mutig wie Dirndl tragen in Bayern – wenn man eine Frau ist. […]

Wir reden hier nicht von Lord Voldemort, wir reden von einem Mann, dem offenbar sehr viele Amerikaner zutrauen, ihre Interessen zu vertreten. Sollte man diesen Wählern das Recht absprechen, ihr Kreuz dort zu machen, wo sie es für richtig halten? Wie undemokratisch ist das eigentlich?

Die Hysterie, der blanke, unreflektierte Hass gegen eine Figur, die sicher vieles dafür getan hat, nicht gemocht, nicht mal richtig ernst genommen zu werden – sagen sie nicht mehr über die Kritiker aus als über ihn?

Als Freund einer differenzierten Betrachtung mit Hang zum Optimismus kann ich dem Gesamttenor des Kommentars nur zustimmen.

Ich wundere mich im übrigen schon seit Wochen darüber, wie selbstverständlich in den Medien herablassend, offen abwertend und verunglimpfend über einen Mann berichtet wird, den man nicht mögen muss, aber der immerhin in wenigen Tagen ein legitim gewähltes Staatsoberhaupt sein wird. Man stelle sich vor, Medien würden in einer derartigen Frequenz und Hartnäckigkeit auf solche Weise über Angela Merkel, Christian Kern oder François Hollande berichten. Der Aufschrei wäre groß und insbesondere die Kritik an der Qualität der journalistischen Arbeit würde dabei im Vordergrund stehen.

Die Meinungsmache nutzt dabei auch subtile Mittel, die nicht so auffällig sind, wie das Bashing. Nur das in den Fokus zu rücken, was ins gewünschte Bild passt (also beispielsweise Trumps eher blöde Idee vom Grenzzaun zu Mexiko) und seine guten Ideen (Einschränkung des Lobbyings in Washington) gänzlich auszusparen, ist so etwas wie das kleine 1×1 der manipulativen Berichterstattung. Doch es geht noch subtiler: In Berichten in Print- und Onlinemedien werden beispielsweise auffallend häufig Bilder von Trump abgebildet, auf denen er gerade eine unvorteilhafte Grimasse schneidet, und am besten noch aussieht wie der Teufel persönlich (siehe dazu die Google Bildersuche). Man stelle sich auch hier diese Vorgehensweise bei einem anderen Staatsoberhaupt vor.

Die Bestimmer in den Medien, der Politik und der Wirtschaft sind sich offenbar einig, dass Trump das Böse an sich verkörpert. Und sie nutzen die zur Verfügung stehenden Mittel der großflächigen Manipulation Meinungsbildung, um auch das Volk weltweit davon zu überzeugen.

Ich bin nach wie vor der Meinung, dass Trump zwar der diametrale Gegenentwurf eines Diplomaten ist und einige seiner Ideen falsch und gefährlich sind. Jedoch ist die Tatsache, dass er eben nicht Teil der alten Machteliten der USA ist, höchst spannend und wenn er es schafft, auch nur einen Teil seiner Pläne in Bezug auf die Beschneidung des wild wuchernden Lobbyings in Washington durchzubringen, dann werden die USA am Ende seiner Amtszeit zumindest wieder ein Stückchen mehr vom Volk und weniger von den Eliten beherrscht.

Rabattschlacht

Heute in der Tageszeitung: Rabattcoupons von Müller. 10 %. Auf (fast) alles. Jeweils auf den gesamten Einkauf. Gültig bis März. Und davon insgesamt acht Stück.

Wenn die es sich leisten können, so mit Rabatten um sich zu werfen, dann frage ich mich, wieviel Marge die auf den regulären Preis einkalkuliert haben. Und irgendwie finde ich es unanständig. Ich habe lieber einen fairen regulären Preis und dafür keine utopischen Rabatte …

Über das innere Kind

Das innere Kind ist, anders als viele denken, nichts Esoterisches. Es ist ein sehr realer Ort in uns, an dem wir immer noch Kind sind und immer Kind sein werden. Es ist der Ort, an dem die spielerische Leichtigkeit, Ausgelassenheit und Freude zuhause sind, es ist aber auch der Ort, an dem all die ungeheilten Verletzungen aus unserer tatsächlichen Kindheit immer noch vorhanden sind und sich so anfühlen, wie in dem Moment, als sie passiert sind. Im Laufe unseres Lebens haben wir lernen müssen, die damit verbundenen Gefühle zu unterdrücken – entweder weil wir niemanden hatten, der uns das sichere Umfeld gegeben hat, um sie auszudrücken, oder weil uns immer wieder gesagt wurde, dass sich das nicht gehört, dass es nicht angemessen ist etc.

Der Weg zu einem erfüllten und glücklichen Leben führt zwangsläufig immer über die Heilung des inneren Kindes, denn solange wir seelische Verletzungen mit uns herumtragen, ist der Zugang zur kindlichen Leichtigkeit und Lebensfreude schwer oder sogar ganz verwehrt. Wenn wir jedoch beginnen, uns um unser inneres Kind zu kümmern, dann wir mit jedem Schritt den wir gehen, egal wie groß oder klein, ein Brocken aus dem Weg geräumt und wir kommen ein Stück mehr heraus aus dem Schmerz und finden ein wenig mehr Leichtigkeit und Freude.

Manchmal reagieren wir auf kleine Ereignisse mit scheinbar unangemessen großem Schmerz. Was hier passiert, ist, dass das Ereignis eine alte Verletzung getriggert hat. Das was wir gerade fühlen, hat dann nur zum kleinsten Teil mit der aktuellen Situation zu tun. Wenn wir in der Lage sind, das rechtzeitig zu erkennen, dann können wir vermeiden, mit unserer, für den äußeren Betrachter unangemessen großen Reaktion, einen großen Streit vom Zaun zu brechen. Stattdessen können wir uns beispielsweise zurückziehen und mit den angetriggerten Emotionen arbeiten.

Die Art und Weise, wie wir auf die Welt reagieren wird öfters als wir denken davon bestimmt, „wie alt wir gerade sind“, oder anders ausgedrückt: aus der Perspektive welches Alters wir gerade die Welt sehen. Wenn wir als Erwachsene uns gerade die Schnürsenkel binden und uns eine unerklärliche Welle von Stolz überfällt, dann sind wir wahrscheinlich gerade so um die sechs Jahre alt. Andere, scheinbar grundlose, Emotionen in verschiedenen Situationen können Hinweise darauf sein, dass wir die Welt gerade aus der Perspektive eines anderen Alters wahrnehmen. Wenn wir uns das bewusst machen und unseren Verstand nutzen, um die automatisierten Reaktionsmuster des jeweiligen Alters zu durchbrechen und stattdessen eine aus Sicht eines Erwachsenen angemessene Reaktion wählen, dann können wir oft vermeiden, in den sprichwörtlichen Sandkasten zu steigen und uns mit anderen Erwachsenen auf der Ebene von Dreijährigen zu streiten. Stattdessen werden reife und angemessene Lösungen möglich.

Auch in der Beziehung zu unseren eigenen Kindern passiert es oft genug, dass wir aus unserer Position als Erwachsene fallen und uns plötzlich emotional auf dem Schulhof wiederfinden, um uns mit unserem Kind zu streiten. Oder wir sind beleidigt wie ein Zehnjähriger, anstatt den Konflikt aus der Perspektive des Erwachsenen zu sehen, der wir sind.

In Paarbeziehungen ist es besonders wichtig, sich des inneren Kindes und seines Einflusses auf unsere Sicht der Welt bewusst zu sein. Nirgendwo sonst ist das Potenzial für Sandkastenschlachten größer – und nirgendwo sonst kann man gemeinsam kindliche Freude so intensiv erleben.

Die Erforschung und Heilung des inneren Kindes ist etwas, für das jeder selbst die Verantwortung übernehmen muss. Das heißt nichht, dass man alles alleine tun muss, aber es heißt, dass niemand anderes dafür Verantwortung trägt als man selbst. Dies gilt insbesondere auch für die Bedürfnisse des eigenen inneren Kindes. Nur wir selbst können für unser inneres Kind ein Vater/eine Mutter sein – niemand sonst. Eine Beziehung, in der man vom jeweiligen anderen Partner erwartet, dass er sich um die Bedürfnisse des eigenen inneren Kindes kümmert, steht auf keiner stabilen Basis.

Es gibt viele Wege, wie man den Weg zum inneren Kind finden kann. Eine Reihe von hilfreichen Methoden und Fallbeispielen findet sich im Buch „Aussöhnung mit dem inneren Kind“ von Erika Chopich und Margaret Paul. Sehr hilfreiche Essenzen sind die Wild Child Essences von Daniel Mapel.

Das Wissen um die Existenz und die Bedürfnisse des eigenen inneren Kindes ist kein Allheilmittel für alle unsere Probleme und Herausforderungen. Aber es fügt unserer Sicht auf die Welt eine neue Perspektive hinzu und ist ein effektives Werkzeug für den eigenen Weg der Heilung und des Wachstums.

 

Versuchen ist out – zulassen ist in

Der folgende Text von Michael Roads auf Facebook trifft aus meiner Sicht eine ganze Reihe von Nägeln auf den Kopf …

Jedem ist das Konzept vertraut, etwas zu „versuchen“; Menschen versuchen dieses zu tun oder jenes zu erreichen. Jedoch entstammt dieses Konzept der alten Energie – es ist weder gut noch schlecht, sondern einfach nur alt. Dem Bewusstsein der neuen Energie hingegen entspringt die Idee des „Zulassens“.

Beim „Versuchen“ wird das Timing nicht miteinbezogen, während sich beim „Zulassen“ alles darum dreht. Versuchen ist eine Herangehensweise an das Leben, die von der linken Gehirnhälfte gesteuert wird, während beim Zulassen die rechte Gehirnhälfte und das Herz zum Zuge kommen.

Das Jahr geht zuende und ich ich bin gerade dabei mir zu betrachten, was in meinem Leben ebenfalls enden sollte – Timing! Dabei ist mir aufgefallen, dass das „Versuchen“ in diesem Jahr wieder ein Teil meines Lebens geworden ist. Es hat sich irgendwie eingeschlichen, denn normalerweise ist es nicht meine Art, Dinge auf diese Weise zu tun. Aber jetzt bin ich fertig damit. Das „Versuchen“ ist sehr alte Energie, aber dennoch wird es für viele angemessen in ihrer Beziehung zum Leben bleiben. Das ist eine Sache des Bewusstseins.

„Zulassen“ ist nicht so passiv, wie es sich für viele anhört. Es ist eine Dynamik, die Hand in Hand mit perfektem Timing geht. Vertrauen und Geduld gehören ebenfalls untrennbar dazu, während das „Versuchen“ voller Ungeduld und oft auch mit Drängeln und Anstrengung verbunden ist.

Vielleicht gehen Sie mit meinen Worten in Resonanz, vielleicht auch nicht … es ist alles eher eine Angelegenheit des Timings als des „Versuchens“. Mit der Liebe ist es dasselbe. Man kann nicht „versuchen“ zu lieben – man lässt zu, dass das Leben einen für die Liebe öffnet. Das ist ein großer Unterschied. Und gleichzeitig lassen wir zu, dass wir stets und ‚bewusst‘ … die Liebe wählen!

Michael Roads

Allmächtiger Gott, wir sind deine Diener

Wenn eine Religion Ihnen das Gefühl vermittelt, dass Sie weniger wertvoll sind als ihre Gottheiten, dann haben Sie sie entweder missverstanden oder die Religion übermittelt die Wahrheit nicht gut.

Wenn ein Guru, Lehrer oder Meister Ihnen das Gefühl gibt, »noch nicht« erleuchtet zu sein und noch mehr »lernen«, »aufgeben« oder »loslassen« zu müssen, bevor Sie erleuchtet werden, dann vermitteln diese Ihnen nicht gut, wer Sie in Wahrheit sind, oder Sie missverstehen sie.

(aus »Heilung im Licht: Wie ich durch eine Nahtoderfahrung den Krebs besiegte und neu geboren wurde« von Anita Moorjani)

Manchmal gewinnt halt doch Don Quixote

Im Juni liefert uns DHL ein Paket von uns zurück, das unterwegs beschädigt wurde. Es sah aus, als wäre es (im Wortsinne) von einem LKW überrollt worden.

Die Bitte um Ausgleich des Schadens („Versichertes Paket“) wurde immer wieder mit dem Hinweis abgelehnt, dass das Päckchen nicht ausreichend verpackt gewesen sei (zur Erinnerung: „LKW“)

Heute, viele Briefe und Telefongespräche mit unserem Kundenbetreuer vom Vertrieb später, teilt uns DHL mit, dass sie sich doch erbarmen, den Schaden von knapp 60 EUR zu ersetzen.

Ja is‘ denn scho Weihnachten oder was? Manchmal gewinnt halt doch Don Quixote …

Trump, die USA und der Weltuntergang … oder doch nicht?

Den nachfolgenden Beitrag habe ich ursprünglich für meine Kolumne „Zu guter Letzt …“ geschrieben. Ich halte das Thema jedoch für so wichtig, dass ich ihn auch in meinem privaten Blog poste.

Die Welt ist in Aufruhr. Das ist sie schon seit einiger Zeit, aber jetzt ist das eingetreten, was viele für unmöglich gehalten haben: Ein Mann, der in den Medien aussieht, wie ein chauvinistischer, aggressiver Neandertaler, wurde zum Präsidenten der Vereinigten Staaten von Amerika gewählt, ein Amt, dem nachgesagt wird, dass es das mächtigste auf der ganzen Welt sei. Die Medien sind voll von schockierten Kommentaren, Häme und Hassbotschaften gegen Donald Trump – erstaunlicherweise auch von Seiten der „seriösen“ Politik.

Was das Thema des Fortbestandes der Welt angeht, bin ich ein unverbesserlicher Optimist. Es ist meine unerschütterliche Überzeugung, dass der Weltuntergang frühestens in fünf Milliarden Jahren ansteht, wenn unsere Sonne einmal zu einem weißen Zwerg wird. Deshalb habe ich keine Angst und sehe auch die Wahl Trumps mehr als Zeichen der Transformation als den Anfang des Endes.

Allen, die immer noch kurz vor dem Hyperventilieren sind, möchte ich zurufen: „Beruhigt Euch!“ Selbst wenn Trump der böseste Mensch auf der Welt ist – objektiv betrachtet ist bis jetzt noch nichts passiert, außer dass er gewählt wurde. Was die Zukunft bringt, weiß niemand. Vielleicht stirbt er morgen an einem Herzinfarkt, vielleicht wird er auch auf wundersame Weise vom Saulus zum Paulus und der Präsident, der das Ruder in eine positive Richtung herumreißt. Wir wissen es nicht!

Nachdem ich selbst den kleinen Schock überwunden hatte, den ich am Morgen nach der US Wahl hatte, habe ich angefangen nachzudenken und zu recherchieren. Und je mehr ich für mich herausgefunden habe, desto ruhiger bin ich geworden. Nein, Donald Trump ist kein Kandidat, den ich jemals gewählt hätte. Er steht für viele Dinge, die ich immer ablehnen werde. Da gibt es jedoch noch andere Aspekte, die mir verständlich gemacht haben, warum die Amerikaner ihn zum Präsidenten gemacht haben. Dinge, die er gesagt hat, die aber in den Medien so konsequent ignoriert wurden, dass er tatsächlich in den Augen der meisten wie ein Neandertaler aussehen muss.

Gestern habe ich mir bewusst eine seiner Wahlkampfreden („Gettysburg Address“ vom 22. Oktober 2016) angesehen. Neben den abstrusen Vorstellungen in Bezug auf Umwelt und Einwanderung stand überraschenderweise ein Thema im Vordergrund, dem ich uneingeschränkt zustimmen kann: Das Aufbrechen der starren Machtstrukturen des Establishments und des kaputten Systems in Washington und den USA insgesamt. Genau das ist es, was die Menschen in Amerika gewählt haben. Abgesehen von denjenigen, die tatsächlich die kruderen seiner Ideen unterstützen, haben ihn offensichtlich auch viele gemäßigt denkende Menschen (Männer und Frauen) gewählt. Die Quintessenz ist: Lieber einen Berserker wie Trump als weiter wie bisher.

Wie groß der Leidensdruck in den USA diesbezüglich ist, zeigt folgender flapsiger Spruch, der momentan auf Facebook die Runde macht: „Wenn Du die Medien, Stars, den amtierenden US Präsidenten und die Regierung auf deiner Seite hast und trotzdem gegen Trump verlierst, dann bist du vielleicht wirklich totale Kacke.“

Trump wird zweifellos dafür sorgen, dass Dinge in Bewegung kommen, wenn auch vielleicht (noch) nicht in eine gesunde Richtung. Michael Roads, Autor des bekannten Buchs „Mit der Natur reden“, schreibt einen Tag nach der Wahl auf Facebook:

„Okay, das unglaubliche ist geschehen, Trump wird der neue US Präsident. Bitte versteht diesen Kommentar auf Facebook nicht als politische Äußerung, aber es ist offensichtlich, dass dies nicht wirklich eine Wahl für Trump ist, sondern vielmehr eine gigantische und dröhnende Abwahl des Establishments. Sobald ein Establishment einmal festzementiert ist, ist es sehr schwer, es wieder aufzubrechen. Hillary IST das Establishment. Im Verlauf der nächsten 20 Jahre werden wir erleben, wie „starre und festgefahrene“ Gleichförmigkeit aufgebrochen werden und „offene und flexible“ Frische Einzug hält. Trump muss noch zeigen, ob er offen oder flexibel ist. Aber er ist auf jeden Fall der Hammer, der das Establishment zertrümmert hat. Er kann uns positiv überraschen oder sich als Katastrophe herausstellen – die nächsten vier Jahre werden es zeigen. Bereitet Euch aber auf jeden Fall darauf vor, dass auf der Welt Flexibilität entstehen und das Festgefahrene zerfallen wird. Seid bereit für VERÄNDERUNG. Und damit meine ich, dass wir alle in der Lage sein müssen, uns auch selbst zu verändern. Jeder, den ich lese oder höre, jammert immer nur darüber, was für eine Katastrophe dieser Wahlausgang ist. Woher wollt Ihr das WISSEN? Für mich redet da der festgefahrene Verstand und blökt seine festgefahrenen Werturteile in die Welt! Je starrer und festgefahrener wir, die Öffentlichkeit, sind, desto länger wird das starre und festgefahrene Establishment weiter existieren. Wir müssen der Welt offen und flexibel begegnen und nicht immer weiter daran festhalten, dass WIR Recht haben – dabei spricht doch ausschließlich die linke Gehirnhälfte. Je mehr wir den ECHTEN Veränderungen Widerstand leisten, desto härter wird uns der Hammer treffen. Veränderung geht nur leicht vonstatten, wenn wir offen und flexibel sind. Es ist nicht Trump den ich begrüße, sondern die VERÄNDERUNG. Ich hoffe nur, dass er diesen Prozess am Laufen halten kann. Und es ist die perfekte Gelegenheit für alle unter Euch, die Trump und das, wofür er steht, hassen, herauszufinden, ob ihr wirklich und bewusst in der Lage seid … die Liebe zu wählen!“

Dieser Aussage möchte ich mich anschließen. Jeder, der mit offenen Augen durch die Welt geht, wird früher oder später erkennen, dass wir nicht auf ewig so weitermachen können wir bisher. Es braucht massive Veränderungen. Und um festgefahrene Strukturen zu verändern, deren Fundament über die Jahrhunderte immer nur noch stärker gemacht wurden, braucht es eine ziemlich große Abrissbirne. Momentan fühlt es sich so an, als ob Donald Trump diese Abrissbirne wäre. Sicher, er ist laut, manchmal vulgär und destruktiv. Aber stellen Sie sich einmal die Frage, ob die alten, dysfunktionalen Strukturen sich freiwillig oder durch nettes „bitte, bitte“ Sagen ändern würden …

Mein persönliches Fazit aus der US Wahl lautet: Ich habe keine Angst. Ich bin davon überzeugt, dass die Welt weiterbestehen wird, und dass die Atombomben in den Arsenalen bleiben werden, auch wenn Trump gerne mit dem Säbel rasselt. Und ich begrüße die massiven Veränderungen, die der neue US Präsident hoffentlich in Gang bringen wird, auch wenn sie für mich bedeuten, dass ich an der einen oder anderen Stelle meine eigenen eingetretenen Pfade verlassen muss. Manchmal muss man, wenn man sich festgefahren hat, alles einmal ordentlich durchschütteln, damit die Einzelteile letztlich an ihren bestmöglichen Platz fallen.